Chugai präsentiert auf der ECTRIMS 2019 Ergebnisse seiner zweiten positiven klinischen Studie der Phase III zu Satralizumab bei NMOSD

  • Nach einer positiven Studie, in der Satralizumab zusätzlich zur Basistherapie verabreicht wurde, hat sich mit einer Satralizumab-Monotherapie das Rückfallrisiko bei Patienten mit NMOSD um 55 Prozent verringert.
  • Die Monotherapie mit Satralizumab ergab im Vergleich zu einem Placebo ein ähnliches Sicherheitsprofil, was mit der Gabe von Satralizumab zusätzlich zur Basistherapie mit Immunsuppressiva übereinstimmt.
  • Dieses Jahr sind weltweite Zulassungsanträge für eine vorgeschlagene Indikation zur Behandlung von NMOSD geplant.

TOKIO–(BUSINESS WIRE)–Chugai Pharmaceutical Co., Ltd. (TOKYO: 4519), hat bekannt gegeben, dass Ergebnisse aus der SAkuraStar-Studie auf dem Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS), der vom 11. bis 13. September 2019 stattfand, vorgestellt wurden. Die SAkuraStar-Studie ist eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie der Phase III zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit eines in der Erprobung befindlichen humanisierten IL-6-Rezeptor-Antikörpers namens Satralizumab (Entwicklungscode: SA237) als Monotherapie zur Behandlung von Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD).

In der SAkuraStar-Studie reduzierte sich mit Satralizumab das Risiko eines Rückfalls signifikant um 55 Prozent (Hazard Ratio = 0,45 [95%-Konfidenzintervall: 0,23–0,89]; p = 0,0184 [stratifizierter Log-Rank-Test]) in der Gesamtpopulation, die für NMOSD-Patienten repräsentativ war (einschließlich seropositiver und seronegativer Patienten in Bezug auf Aquaporin-4-Antikörper [AQP4-IgG]). Satralizumab hat während der Studie ein günstiges Sicherheitsprofil gezeigt.

„Satralizumab ist das erste Prüfpräparat zur Behandlung von NMOSD, das in zwei getrennten Studien Vorteile sowohl als Monotherapie als auch als Zusatztherapie zu einer Basisbehandlung ergeben hat, was darauf hindeutet, dass die IL-6-Hemmung ein neuartiger Therapieansatz für NMOSD sein könnte. Satralizumab könnte so für ein breites Patientenspektrum nützlich sein“, sagte Dr. Yasushi Ito, Executive Vice President und Koleiter der Abteilung für Projekt- und Lebenszyklusmanagement bei Chugai. „NMOSD ist eine Krankheit, bei der ein Rückfall zu einer Anhäufung von Behinderungen führen und sogar lebensbedrohlich sein kann. Wir werden in diesem Jahr mit Roche zusammenarbeiten, um globale Zulassungsanträge einzureichen, damit wir den Patienten Satralizumab schnellstmöglich als potenzielle neue Behandlung anbieten können.“

SAkuraStar-Studie (NCT02073279)

Zusammenfassung:

Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie der Phase III zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Satralizumab bei Verabreichung an Patienten mit NMOSD

[Primärer Endpunkt]

Zeit bis zum ersten gemäß Prüfplan definierten Rückfall nach Entscheidung eines unabhängigen Überprüfungsausschusses in der doppelblinden Phase

[Wesentliche sekundäre Endpunkte]

Schmerzbeurteilung gemäß der Visuellen Analogskala

Ermüdungsbeurteilung gemäß Functional Assessment of Chronic Illness Therapy (FACIT)

Studiendesign:

  • 95 männliche und weibliche Patienten im Alter von 20 bis 70 Jahren wurden randomisiert.
  • Die Patienten wurden im Verhältnis von 2:1 entweder Satralizumab oder einem Placebo zugewiesen. Satralizumab (120 mg) oder das Placebo wurde in den Wochen 0, 2 und 4 subkutan verabreicht. Die Behandlung wurde anschließend in 4-wöchigen Intervallen fortgesetzt.
  • Die doppelblinde Behandlungsphase endete, sobald die Gesamtzahl der gemäß Prüfplan definierten Rückfälle (PDR) 44 erreicht hatte oder 1,5 Jahre nach der Aufnahme des letzten Patienten vergangen waren, je nachdem, was zuerst eintrat. Nach einem PDR oder dem Abschluss der Studie wurde den Patienten in beiden Gruppen die Behandlung mit Satralizumab in einer offenen Verlängerungsphase angeboten.
  • Patienten mit AQP4-IgG-seropositiver oder -seronegativer Neuromyelitis optica (NMO)* sowie Patienten mit AQP4-IgG-seropositiven NMOSD wurden aufgenommen.

    *NMO gemäß Definition aus dem Jahr 2006

Wesentliche Ergebnisse:

  • Mit Satralizumab reduzierte sich das Risiko eines Rückfalls signifikant um 55 Prozent (Hazard Ratio = 0,45 [95%-Konfidenzintervall: 0,23–0,89]; p = 0,0184 [stratifizierter Log-Rank-Test]) in der Gesamtpopulation, die für NMOSD-Patienten repräsentativ war (einschließlich AQP4-IgG-seropositiver und -seronegativer Patienten), womit der primäre Endpunkt der Zeit bis zum ersten gemäß Prüfplan definierten Rückfall in der doppelblinden Phase erreicht wurde.
  • In einer vorab festgelegten Subgruppen-Analyse für die Zeit bis zum Rückfall betrug die Hazard Ratio von Satralizumab zum Placebo bei AQP4-IgG-seropositiven Patienten 0,26 (N = 64; 95%-Konfidenzintervall: 0,11–0,63).
  • Satralizumab hat während der Studie ein günstiges Sicherheitsprofil gezeigt. Der Anteil schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, einschließlich schwerer Infektionen, war bei mit Satralizumab behandelten Patienten ähnlich wie beim Placebo.

[Referenz für SAkuraSky-Studie]

Chugai präsentiert Ergebnisse einer Studie der Phase III zu Satralizumab bei NMOSD auf dem ECTRIMS-Kongress 2018 (Pressemitteilung vom 15. Oktober 2018)

https://www.chugai-pharm.co.jp/english/news/detail/20181015120001_561.html

Über Satralizumab

Satralizumab ist ein humanisierter IL-6-Rezeptor-Antikörper und wird von Chugai hergestellt. Es wird davon ausgegangen, dass das Medikament einen Rückfall von NMOSD unterdrückt, indem es die IL-6-Signaltransduktion hemmt, die eng mit der Pathologie zusammenhängt. In zwei globalen klinischen Studien der Phase III an NMOSD-Patienten wurde der primäre Endpunkt mit Satralizumab entweder als Zusatztherapie zu einer Basisbehandlung (NCT02028884) oder als Monotherapie (NCT02073279) erreicht. Diese Studien stellen eines der größten klinischen Studienprogramme dar, die für diese seltenen Krankheiten durchgeführt wurden. Satralizumab wird in den USA und in Europa als Orphan-Medikament bezeichnet. Darüber hinaus wurde das Medikament von der US-amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA im Dezember 2018 als zukunftsweisende Therapie für die Behandlung von NMO und NMOSD eingestuft.

Über Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)

Bei NMOSD handelt es sich um seltene, lebenslange und schwächende Autoimmunkrankheiten des zentralen Nervensystems (ZNS), die sich durch entzündliche Läsionen der optischen Nerven und des Rückenmarks auszeichnen. NMOSD-Patienten durchleben häufig einen rezidivierenden Krankheitsverlauf mit wiederholten Schüben, die zu zunehmenden neurologischen Schäden und Behinderungen führen. Zu den möglichen Symptomen zählen visuelle Einschränkungen, motorische Behinderungen und Verlust der Lebensqualität. In einigen Fällen führten NMOSD-Schübe zum Tod. NMOSD wird allgemein mit pathogenen Antikörpern (AQP4-IgG) in Verbindung gebracht, die auf einen bestimmten Typ zentraler Nervenzellen, die sogenannten Astrozyten, abzielen und diese schädigen und zu entzündlichen Läsionen des Sehnervs, des Rückenmarks und des Gehirns führen. AQP4-IgG sind im Blutserum von rund zwei Dritteln der NMOSD-Patienten nachweisbar. Das inflammatorische Zytokin IL-6 tritt jetzt als wichtiger Faktor bei der NMOSD-Pathogenese in Erscheinung 1)–4).

Die 2006 eingeführten Diagnosekriterien für NMO waren von einer Entzündung des Sehnervs (optische Neuritis) und des Rückenmarks (Myelitis) ausgegangen. Diese wurden im Jahr 2007 revidiert und durch eine Definition von NMOSD für Krankheiten mit entweder optischer Neuritis oder Myelitis ersetzt. Im Jahr 2015 wurde die Definition von NMOSD weiter revidiert und schließt nun ein breiteres Krankheitsspektrum ein. Der diagnostische Begriff NMOSD ist inzwischen weit verbreitet 5).

In dieser Mitteilung verwendete oder erwähnte Markenzeichen sind gesetzlich geschützt.

Quellen

  1. Jarius, S., Ruprecht, K., Wildemann, B., et al. Contrasting disease patterns in seropositive and seronegative neuromyelitis optica: A multicentre study of 175 patients. J Neuroinflammation 2012; 9: 14.
  2. Lennon, V. A., Wingerchuk, D. M., Kryzer, T. J., et al. A serum autoantibody marker of neuromyelitis optica: distinction from multiple sclerosis. Lancet 2004;364:2106-12.
  3. Marignier, R., Bernard-Valnet, R., Giraudon, P., et al. Aquaporin-4 antibody-negative neuromyelitis optica: Distinct assay sensitivity-dependent entity. Neurology 2013;80:2194-200.
  4. Takahashi, T., Fujihara, K., Nakashima, I., et al. Anti-aquaporin-4 antibody is involved in the pathogenesis of NMO: a study on antibody titre. Brain 2007;130:1235-43.
  5. Wingerchuk, D. M., Banwell, B., Bennett, J. L., et al. International consensus diagnostic criteria for neuromyelitis optica spectrum disorders. Neurology 2015;85:177-89.

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