EUSA Pharma und das italienische Krankenhaus Papa Giovanni XXIII veröffentlichen Zwischenanalysedaten zu mit Siltuximab behandelten COVID-19-Patienten aus der SISCO-Studie

HEMEL HEMPSTEAD, Großbritannien, und BERGAMO, Italien–(BUSINESS WIRE)–EUSA Pharma, ein weltweit tätiges biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt auf Onkologie und seltene Krankheiten, gab heute erste vorläufige Ergebnisse der vom Krankenhaus Papa Giovanni XXIII Hospital gesponserten Studie SISCO (Siltuximab In Serious COVID-19) bekannt,1 die auf einer zuvor geplanten Datenanalyse am 24. März 2020 basieren.

Siltuximab ist ein von der US-Gesundheitsbehörde FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sowie zahlreichen anderen zuständigen Behörden weltweit zur Behandlung der multizentrischen Castleman-Krankheit (MCD) bei Patienten ohne HIV-Infektion (humanes Immundefizienz-Virus) und ohne HHV-8-Infektion (humanes Herpesvirus-8) (idiopathische MCD; iMCD) zugelassener monoklonaler Antikörper gegen Interleukin-6 (IL-6). Es wird geprüft, ob Siltuximab bei COVID-19-Patienten mit schwerwiegenden Atemwegskomplikationen, der führenden Ursache für Morbidität und Mortalität, therapeutisch in Frage kommt.

Die Zwischendaten zu den ersten 21 mit Siltuximab behandelten Patienten mit 7 Tagen Follow-up zeigen, dass ein Drittel (33 %, n=7) der Patienten eine klinische Verbesserung erfuhr und weniger Sauerstoffunterstützung benötigte und bei 43 % (n=9) der Patienten eine Stabilisierung des Zustands im Sinne eines Ausbleibens klinisch relevanter Veränderungen erfolgte. Zusammen bedeutet dies, dass sich in der Zwischenanalyse die Erkrankung bei über drei Viertel der mit Siltuximab behandelten Patienten (76 %, n=16) stabilisiert oder verbessert hatte. Bei 3 (14 %) der Patienten verschlimmerte sich die Erkrankung, 1 (5 %) Patient verstarb und bei 1 (5 %) kam es zu einem zerebrovaskulären Ereignis.

Außerdem sanken die CRP-Spiegel (C-reaktives Protein), ein Marker für eine systemische Entzündung, von Studienbeginn bis zum 5. Tag nach der Behandlung mit Siltuximab bei allen Patienten mit ausreichend aufgezeichneten Werten (100 %, 16/16). Diese gesenkten Spiegel blieben bei den Patienten (100 %, 16/16) 7 Tage nach der Behandlung mit Siltuximab erhalten. Eine CRP-Senkung gilt als robuster Surrogatparameter für die Wirksamkeit der IL-6-Hemmung.2

Die Mehrheit (90 %, 19/21) der Patienten hatten zu Studienbeginn Fieber, 13/21 (62 %) trockenen Husten und 15/21 (71 %) Atemnot. Der Quotient aus dem arteriellen Sauerstoffpartialdruck (PaO2) und der inspiratorischen Sauerstoffkonzentration (FiO2), auch als Horovitz-Quotient oder Lungenfunktion bekannt, sowie IL-6 waren bei der Mehrheit der Patienten mit einem mittleren Horovitz-Quotienten von 127 (unter Ausschluss der Patienten >300 und als Hinweis auf ein akutes Lungenversagen [ARDS]3) und einem mittleren peripheren IL-6-Spiegel von 140 pg/ml (Bereich 113-239 pg/ml) zu Studienbeginn außerhalb der Normbereichs. Das Serum-CRP war bei allen Patienten mit einem Medianwert von 23 mg/dl (Bereich 10-43 mg/dl) zu Studienbeginn erhöht.

Derzeit wird ein Manuskript zur Einreichung bei einem führenden medizinischen Journal vorbereitet; die Pre-Print-Zusammenfassung wurde eingereicht und ist in Kürze unter medRxiv.org verfügbar.

Professor Dr. med. Alessandro Rambaldi, Krankenhaus Papa Giovanni XXIII, Bergamo, Italien, Studiensponsor, Prüfarzt und Direktor der Hämatologieabteilung und der Abteilung für Onkologie und Hämatologie, erklärte: „Das Team am Krankenhaus Papa Giovanni XXIII gibt gerne diese vorläufigen Beobachtungsergebnisse bekannt. Wir müssen zwar zunächst noch die Patientenkontrollgruppe identifizieren und analysieren, doch diese ersten Daten zu mit Siltuximab behandelten Patienten liefern bei der zukünftigen Untersuchung der möglichen Rolle einer IL-6-Blockade wertvolle Informationen für weitere Entscheidungen zur richtigen Nutzung von Siltuximab sowohl in der klinischen Praxis als auch in neuen COVID-19-Studien. Wichtig ist, dass diese unkontrollierten vorläufigen Daten hohe IL-6-Spiegel zu Studienbeginn bestätigen, die mit hohen CRP-Spiegeln einhergehen, jedoch unter Behandlung mit Siltuximab abnehmen. Dies ist ein Hinweis darauf, dass monoklonale Antikörper als mögliche Behandlungsstrategie für diese tödliche Infektionskrankheit in Frage kommen. Zu den verbleibenden Patienten werden wir jeweils bei Verfügbarkeit weitere Daten die Fallkontrollanalyse und ein 30-tägiges Follow-up zur Mortalität veröffentlichen.“

Lee Morley, Chief Executive Officer, EUSA Pharma, fügte hinzu: „Wir freuen uns sehr, diese Vorabdaten aus der SISCO-Studie veröffentlichen zu können, und hoffen, die Ergebnisse sind bei klinischen Behandlungsentscheidungen in dieser kritischen Ausnahmesituation behilflich. Wir freuen uns schon, weitere Studien durchführen zu können und so das Potential von Siltuximab bei Patienten zu untersuchen, die aufgrund von COVID-19 an schwerwiegenden Atemwegskomplikationen leiden. Weitere Daten werden wir baldmöglichst veröffentlichen. Wir danken dem Team am Krankenhaus Papa Giovanni XXIII in Bergamo, Italien, herzlich für ihre außergewöhnliche Unterstützung bei der SISCO-Studie. Nur durch ihre Mitarbeit konnten wir diese Zwischenergebnisse unter den extrem erschwerten Bedingungen zusammenstellen.“

Über die SISCO-Studie

Die vom Krankenhaus Papa Giovanni XXIII unterstützte SISCO-Studie ist eine Beobachtungsfallkontrollstudie für Siltuximab, einen chimären monoklonalen Antikörper, die die Wirkung des menschlichen Interleukin-6 (IL-6) zur Behandlung von an COVID-19 erkrankten Patienten mit schweren Atemwegskomplikationen untersucht. Ergomed plc (LSE: ERGO), ein Unternehmen mit Schwerpunkt auf spezialisierte Dienstleistungen für die Pharmaindustrie, stellt klinische Forschungsdienstleistungen für die Studie bereit.

In der Studie werden Daten von einer Reihe von Patienten gesammelt und analysiert, die im Rahmen eines laufenden Compassionate-Use-Notfallprotokolls behandelt werden. Die Studie untersucht retrospektiv zwei Kohorten, d.h. Patienten, bevor sie auf einer Intensivstation (ICU) stationär aufgenommen werden, bzw. Patienten, die bereits intensivmedizinisch versorgt werden, und vergleicht diese mit gematchten Kontrollgruppen. Primäre Endpunkte der Studie sind die Verringerung der Notwendigkeit einer invasiven Beatmung, die Verkürzung der auf der Intensivstation verbrachten Zeit und die Reduzierung der 30-Tage-Mortalität.

Neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass manche COVID-19-Patienten durch eine verstärkte Produktion des entzündlichen Zytokins IL-6 reagieren, sodass es zu einem Zytokinsturm kommt das Immunsystem wird überstimuliert und greift den eigenen Körper an. Erhöhte IL-6-Spiegel stehen mit der Schwere der Erkrankung im Zusammenhang und können zu schwerwiegenden Lungenkomplikationen bzw. akutem Lungenversagen (ARDS) führen der Hauptursache der Mortalität bei COVID-19-Patienten. Daher kann durch einen direkten Ansatz an diesem Zytokin das klinische Ergebnis bei diesen kritisch kranken Patienten möglicherweise verbessert werden.

Die SISCO-Studie umfasst insgesamt 25 Patienten mit bestätigter SARS-CoV-2-Infektion (COVID-19) und Atemwegskomplikationen. Zu den ersten 21 Patienten, die mit Siltuximab behandelt wurden, werden nun vorläufige Ergebnisse präsentiert. Alle Patienten der Studie erhielten 11 mg/kg Siltuximab über eine Stunde mit einer möglichen zweiten Dosis im ärztlichen Ermessen. Von den 21 mit Siltuximab behandelten Patienten erhielten 5 48-72 Stunden nach der ersten Infusion eine zweite Dosis (5/21; 24 %). Die meisten Patienten waren männlich (18/21, 86 %); ihr Alter reichte von 48 bis 75 Jahre. Die häufigsten Komorbiditäten in dieser Patientengruppe waren Bluthochdruck bei 43 % (9/21), Herzkreislauferkrankungen bei 19 % (4/21) und Diabetes bei 24 % (5/21).

Diese Studie wird wichtige Daten für zukünftige klinische Studien erheben, die aktuell in Diskussion sind und die die Wirksamkeit von Siltuximab bei COVID-19-Patienten mit schwerwiegenden Atemwegskomplikationen weiter untersuchen sollen. Heute wurden erste Daten bekannt gegeben. Die nächste Datenphase vergleicht Outcomes bei gematchten Fallkontrollpatienten, die kein Siltuximab erhielten, und wird in den nächsten Wochen erwartet.

Quellen

1 SISCO-Studie (NCT04322188); https://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT04322188

2 Clin Cancer Res; 21(6) 15. März 2015 https://clincancerres.aacrjournals.org/content/21/6/1248.long

3 JAMA, 307 (23), 2526-33 2012: https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/1160659

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Über Siltuximab

Siltuximab ist ein monoklonaler Antikörper, der die Wirkung des Interleukin-6 (IL-6) hemmt. Das multifunktionale Zytokin IL-6 wurde in erhöhten Konzentrationen bei Patienten mit verschiedenen Entzündungen festgestellt.

Der Wirkstoff erhielt von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) und der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sowie zahlreichen weiteren zuständigen Behörden weltweit unter dem Markennamen SYLVANT® eine Zulassung zur Behandlung der multizentrischen Castleman-Krankheit (MCD) bei Patienten, die keine HIV-Infektion (humanes Immundefizienz-Virus) und keine HHV-8-Infektion (humanes Herpesvirus-8) haben (idiopathische MCD; iMCD). iMCD ist eine seltene, lebensbedrohende und belastende lymphoproliferative Störung, die zu übermäßiger Vermehrung der Immunzellen führt und viele ähnliche symptomatische und histologische Merkmale wie Lymphome aufweist.

Siltuximab ist nicht zur Behandlung von COVID-19 zugelassen.

EUSA Pharma hat weltweit exklusive Rechte an SYLVANT®. EUSA Pharma hat BeiGene, Ltd. exklusive Rechte zur Entwicklung und Vermarktung von SYLVANT® in Großchina gewährt.

Indikationen und Anwendung von SYLVANT®Weitere Informationen siehe vollständige Verordnungsinformationen.

SYLVANT® (Siltuximab) ist für die Behandlung von Patienten mit der multizentrischen Castleman-Krankheit (MCD) indiziert, die HIV-negativ und HHV-8-negativ sind.

Anwendungsbeschränkungen: SYLVANT® wurde nicht bei Patienten mit MCD untersucht, die HIV-positiv oder HHV-8-positiv sind, da sich SYLVANT® in einer nicht-klinischen Studie nicht mit viral erzeugtem IL-6 verbunden hat.

Kontraindikationen: Starke Überempfindlichkeit gegenüber Siltuximab oder gegenüber Bestandteilen der Rezeptur von SYLVANT®.

Dosierung und Verabreichung

SYLVANT® wird mit einer Dosierung von 11 mg/kg als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 1 Stunde alle 3 Wochen bis zu einem Therapieversagen gegeben.

Während der ersten 12 Monate der Behandlung sind vor jeder Infusion mit SYLVANT® und danach bei jedem dritten Behandlungszyklus hämatologische Laboruntersuchungen durchzuführen. Falls die in den Verschreibungsinformationen dargestellten Therapievoraussetzungen nicht erfüllt sind, ist eine Verzögerung der Behandlung mit SYLVANT® in Erwägung zu ziehen. Die Dosierung ist nicht zu reduzieren.

Die Verabreichung von SYLVANT® ist bei Patienten mit schweren Infektionen bis zum Abklingen der Infektion zu unterbrechen.

Die Behandlung mit SYLVANT® ist bei Patienten abzubrechen, die im Zusammenhang mit der Infusion schwere Infusionsreaktionen, anaphylaktische oder schwere allergische Reaktionen oder Zytokin-Freisetzungssyndrome zeigen. Die Behandlung in diesen Fällen nicht wieder aufnehmen.

Über EUSA Pharma

EUSA Pharma, gegründet im März 2015, ist ein weltweit bedeutendes Biopharma-Unternehmen, das sich auf Onkologie und seltene Krankheiten spezialisiert hat. Das Unternehmen ist in ganz Europa und den USA kommerziell tätig und verfügt über ein breit angelegtes Vertriebsnetz in bestimmten Ländern in aller Welt. EUSA Pharma wird von einem erfahrenen Management-Team mit einer starken Erfolgsbilanz beim Aufbau erfolgreicher Pharmaunternehmen geführt und mit einer signifikanten Finanzierung von dem führenden Life-Sciences-Investor EW Healthcare Partners unterstützt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.eusapharma.com.

Über das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII

Das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII ist eines der größten Krankenhäuser in der Lombardei mit einer Gesamtfläche von 320.000 Quadratmetern und mit mehr als 900 Betten. Zu den wichtigen Spezialgebieten des Krankenhauses zählt sein Krebszentrum, in dem Patienten aus dem gesamten Land und auch aus dem Ausland behandelt werden. Das Krankenhaus spielt eine führende Rolle bei der Bekämpfung der anhaltenden globalen COVID-19-Pandemie in Italien.

Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.

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Lee Morley

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Barney Mayles

Associate Director

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Mobil: +44 (0)7936 768568