Positive Ergebnisse aus der zweiten Phase III der SAkuraStar-Studie für Chugai Satralizumab bei Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) in „The Lancet Neurology“ veröffentlicht

  • Im Anschluss an eine vorangegangene positive Studie, bei der Satralizumab zusätzlich zur Baseline-Therapie mit Immunsuppressiva verabreicht wurde, verringerte die Monotherapie mit Satralizumab das Rückfallrisiko bei Patienten mit NMOSD signifikant.
  • Die in der Monotherapiestudie mit Satralizumab untersuchte Patientenpopulation repräsentiert ein breitgefächertes, reales Spektrum von Erwachsenen mit NMOSD. 

TOKIO–(BUSINESS WIRE)–Chugai Pharmaceutical Co., Ltd. (TOKYO:4519) gab heute bekannt, dass die Ergebnisse der SAkuraStar-Studie (NCT02073279), einer globalen klinischen Phase-III-Studie von Satralizumab (Entwicklungscode: SA237), am 22. April (Ortszeit) in „The Lancet Neurology“ veröffentlicht wurden. Satralizumab ist ein humanisierter Anti-IL6-Rezeptor-Recycling-Antikörper, der derzeit für die Behandlung von Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) entwickelt wird. Die Phase-III-Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Satralizumab als Monotherapie bei Erwachsenen mit NMOSD.

Artikel: https://doi.org/10.1016/S1474-4422(20)30078-8

„Die längerfristige Wirksamkeit bei der Monotherapiestudie mit Satralizumab verstärkt die wichtige Rolle der IL-6-Inhibition bei der Behandlung von NMOSD im Anschluss an die vorangegangene Studie der Kombinationstherapie“, erklärte Dr. Osamu Okuda, President und COO von Chugai. „Wir arbeiten mit Roche zusammen, um in diesem Jahr eine globale behördliche Zulassung zu erhalten, damit wir den Patienten Satralizumab so bald wie möglich als neue Behandlungsoption anbieten können.“

In der SAkuraStar-Studie reduzierte Satralizumab das Rückfallrisiko signifikant um 55 % (Hazard Ratio = 0,45 [95 %-Konfidenzintervall: 0,23–0,89]; p = 0,0184 [stratifizierter Log-Rank-Test]) in der Gesamtpopulation, die für das breitgefächerte, reale Spektrum von NMOSD-Patienten repräsentativ war (einschließlich AQP4-IgG-seropositiver und -seronegativer Patienten), womit der primäre Endpunkt der Zeit bis zum ersten im Prüfplan definierten Rückfall im doppelblinden Zeitraum erreicht wurde. Wichtig ist, dass 76,1 %, 72,1 % und 62,8 % der Patienten unter Satralizumab in den Wochen 48,96 und 144 rückfallfrei waren, im Vergleich zu jeweils 61,9 %, 51,2 % und 34,1 % mit Placebo. In einer vorab festgelegten Subgruppen-Analyse für die Zeit bis zum Rückfall betrug die Hazard Ratio von Satralizumab gegenüber Placebo bei AQP4-IgG-seropositiven Patienten 0,26 (N = 64; 95 %-Konfidenzintervall: 0,11–0,63). Der Anteil schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war in den Behandlungsgruppen mit Satralizumab und Placebo ähnlich. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in der Satralizumab-Gruppe waren Harnwegsinfektionen und Infektionen der oberen Atemwege.

SAkuraStar-Studie (NCT02073279)

Zusammenfassung:

Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Phase-III-Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Satralizumab, das Patienten mit NMOSD verabreicht wird

[Primärer Endpunkt]

Zeit bis zum ersten im Prüfplan definierten Rückfall, beurteilt von einer unabhängigen Prüfkommission im doppelblinden Zeitraum

Studiendesign:

  • 95 männliche und weibliche Patienten im Alter von 20 bis 70 Jahren wurden randomisiert.
  • Die Patienten wurden im Verhältnis von 2:1 entweder Satralizumab oder Placebo zugewiesen. Satralizumab (120 mg) oder Placebo wurde in den Wochen 0, 2 und 4 subkutan verabreicht. Die Behandlung wurde anschließend in 4-wöchigen Intervallen fortgesetzt.
  • Der doppelblinde Behandlungszeitraum endete, sobald die Gesamtzahl der im Prüfplan definierten Rückfälle (PDR) 44 erreicht hatte oder 1,5 Jahre nach der Aufnahme des letzten Patienten vergangen waren, je nachdem, was zuerst eintrat. Nach einem PDR oder dem Abschluss der Studie wurde den Patienten in beiden Gruppen die Behandlung mit Satralizumab in einer offenen Verlängerungsphase angeboten.
  • Patienten mit AQP4-IgG-seropositiver oder -seronegativer Neuromyelitis optica (NMO)* sowie Patienten mit AQP4-IgG-seropositiven NMOSD wurden aufgenommen.

    *NMO gemäß Definition aus dem Jahr 2006

Über Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD)

NMOSD ist eine Autoimmunerkrankung des Zentralnervensystems, die durch entzündliche Läsionen in Sehnerven und Rückenmark gekennzeichnet ist und aufgrund permanenter neurologischer Störungen zu einer kontinuierlichen und signifikanten Verschlechterung der Lebensqualität führt. Patienten mit NMOSD erleben häufig einen rezidivierenden Krankheitsverlauf mit wiederholten Anfällen, die zu einer Anhäufung von neurologischen Schäden und Behinderungen führen. Zu den möglichen Symptomen zählen visuelle Einschränkungen, motorische Behinderungen und Verlust der Lebensqualität. In einigen Fällen führten NMOSD-Schübe zum Tod. Aquaporin-4-Antikörper (AQP4-IgG), pathogene Antikörper, werden bei mindestens zwei Dritteln der NMOSD-Patienten nachgewiesen. Es ist bekannt, dass AQP4-IgG auf einen bestimmten Typ zentraler Nervenzellen, die sogenannten Astrozyten, abzielen und schädigen, was zu entzündlichen demyelinisierenden Läsionen des Sehnervs/der Sehnerven, des Rückenmarks und des Gehirns führt. 1–4 Das inflammatorische Zytokin IL-6 tritt jetzt als wichtiger Faktor bei der NMOSD-Pathogenese in Erscheinung 5–9.

Die 2006 für NMO eingeführten Diagnosekriterien waren von einer Entzündung des Sehnervs (optische Neuritis) und des Rückenmarks (Myelitis) ausgegangen. Diese wurden im Jahr 2007 revidiert und durch eine Definition von NMOSD für Krankheiten mit entweder optischer Neuritis oder Myelitis ersetzt. Im Jahr 2015 wurde die Definition von NMOSD weiter revidiert, um ein breitgefächerteres Krankheitsspektrum zu berücksichtigen. Der diagnostische Begriff NMOSD ist inzwischen weit verbreitet 10.

Über Satralizumab

Satralizumab ist ein IL-6-Rezeptor-Antikörper, der von Chugai hergestellt wird. Es wird davon ausgegangen, dass das Medikament einen Rückfall von NMOSD verhindert, indem es die IL-6-Signaltransduktion hemmt, die eng mit der Pathologie zusammenhängt. In zwei globalen klinischen Studien der Phase III an NMO- und NMOSD-Patienten wurde der primäre Endpunkt mit Satralizumab entweder als Zusatztherapie zu einer immunsuppressiven Baseline-Behandlung (NCT02028884) oder als Monotherapie (NCT02073279) erreicht. Diese Studien stellen eines der größten klinischen Studienprogramme dar, die für diese seltene Krankheit durchgeführt wurden. Satralizumab ist als Orphan-Arzneimittel zur Behandlung von NMO und NMOSD in Japan und zur Behandlung derselben Krankheitsgruppe in Europa und den USA ausgewiesen. Darüber hinaus wurde ihm im Dezember 2018 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration der Status „Breakthrough Therapy” zuerkannt. Die Zulassungsanträge wurden von der EMA und FDA im Jahr 2019 zur Prüfung entgegengenommen. Der Zulassungsantrag in Japan wurde im Jahr 2019 eingereicht.

Quellen

1. Jarius, S., Ruprecht, K., Wildemann, B., et al. Contrasting disease patterns in seropositive and seronegative neuromyelitis optica: A multicentre study of 175 patients. J Neuroinflammation 2012; 9: 14.

2. Lennon, V. A., Wingerchuk, D. M., Kryzer, T. J., et al. A serum autoantibody marker of neuromyelitis optica: distinction from multiple sclerosis. Lancet 2004; 364: 2106–2112.

3. Marignier, R., Bernard-Valnet, R., Giraudon, P., et al. Aquaporin-4 antibody-negative neuromyelitis optica: Distinct assay sensitivity-dependent entity. Neurology 2013; 80: 2194–2200.

4. Takahashi, T., Fujihara, K., Nakashima, I., et al. Anti-aquaporin-4 antibody is involved in the pathogenesis of NMO: a study on antibody titre. Brain 2007; 130: 1235–1243.

5. Chihara N., Aranami T., Sato W. et al. Interleukin 6 signaling promotes anti-aquaporin 4 autoantibody production from plasmablasts in neuromyelitis optica. Proc Natl Acad Sci USA 2011; 108: 3701–3706.

6. Kimura, A., und Kishimoto, T. IL-6: regulator of Treg/Th17 balance. Eur J Immunol 2010; 40: 1830–1835.

7. Lin, J., Li, X., und Xia, J. Th17 cells in neuromyelitis optica spectrum disorder: a review. Int J Neurosci 2016; 126: 1051–1060.

8. Takeshita, Y., Obermeier, B., Cotleur, A. C., et al. Effects of neuromyelitis optica-IgG at the blood-brain barrier in vitro. Neurol Neuroimmunol Neuroinflamm. 2016;4(1):e311.

9. Obermeier, B., Daneman, R., und Ransohoff, R. M. Development, maintenance and disruption of the blood-brain barrier. Nat Med 2013; 19: 1584–1596.

10. Wingerchuk, D. M., Banwell, B., Bennett, J. L., et al. International consensus diagnostic criteria for neuromyelitis optica spectrum disorders. Neurology 2015; 85: 177–189.

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