ACG 2021: Ferring präsentiert preisgekrönte, praxisnahe Ergebnisanalyse für das auf Mikrobiota basierende Prüf-Biotherapeutikum RBX2660

  • Neue retrospektive Analyse zeigte Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit von RBX2660 bei einer realen Population von Patienten mit C. difficile (CDI), darunter Patienten mit Begleiterkrankungen, die bisher von klinischen Studien ausgeschlossen waren
  • Die Analyse ergänzt die schlüssigen umfassenden Wirksamkeits- und Sicherheitsnachweise für RBX2660 aus prospektiven und retrospektiven Analysen und bei unterschiedlichen Patientenpopulationen

PARSIPPANY, New Jersey, USA–(BUSINESS WIRE)–Ferring Pharmaceuticals und Rebiotix, ein Unternehmen von Ferring, gaben heute auf dem Jahreskongress 2021 des American College of Gastroenterology die Ergebnisse von zwei retrospektiven Schlüsselanalysen bekannt. Eine Analyse, die die Sicherheit und Wirksamkeit des Prüfpräparats RBX2660 bei einer breiten Kohorte von CDI-Patienten mit häufig auftretenden CDI-Begleiterkrankungen untersuchte, wurde mit einem Presidential Poster Award für hochwertige, neuartige, einzigartige und interessante Forschung ausgezeichnet.


Während die Zulassungskriterien in prospektiven klinischen Studien häufig eng gefasst sind und nur Patienten einschließen, bei denen ausschließlich eine CDI diagnostiziert wurde, ermöglichte diese Analyse den Forschern die Bewertung der Wirkung von RBX2660 in einer Patientenpopulation unter praxisnäheren Bedingungen. Für die Analyse wurden 94 Teilnehmer mit häufig bei Menschen mit rezidivierender CDI (rCDI) auftretenden Begleiterkrankungen im Rahmen eines von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) gewährten Ermessensspielraums („Enforcement Discretion“) mit RBX2660 behandelt. Die Analyse zeigte eine Behandlungserfolgsrate von 82,8 %, ohne dass ein Unterschied zwischen Teilnehmern, die eine Dosis (83,3 %) vs. zwei Dosen (82,5 %) erhielten, beobachtet wurde. Der Definition des Behandlungserfolgs zufolge sollten die Teilnehmer acht Wochen nach der Verabreichung von RBX2660 frei von einem CDI-Rezidiv bleiben. Von den Teilnehmern, die nach der ersten Dosis auf die Behandlung ansprachen, zeigten 88,7 % ein anhaltendes klinisches Ansprechen von sechs Monaten. Während die Sicherheitsergebnisse in dieser praxisnahen Analyse mit prospektiven Studien vergleichbar waren, wiesen die meisten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse einen leichten bis mittleren Schweregrad auf.1

„Die Ergebnisse dieser retrospektiven Studie liefern wichtige zusätzliche Informationen über RBX2660, denn sie untermauern das Konzept, dass in gut kontrollierten, prospektiven klinischen Studien beobachtete Daten unter realen Bedingungen replizierbar sein können“, sagte Paul Feuerstadt, MD, FACG, AGAF, Yale University School of Medicine. „Dieser Studie zufolge hat RBX2660 selbst bei weit gefassten Zulassungskriterien ähnlich abgeschnitten wie bei den Phase-2- und Phase-3-Studien mit ihren eng gefassten und begrenzten Einschlusskriterien. Diese retrospektive Studie umfasste Patienten mit verschiedenen Begleiterkrankungen und ist somit repräsentativer für die Population, die unter C. difficile leidet und anfällig für den unerbittlichen Kreislauf des Wiederauftretens ist.“

Zu den in dieser Population vertretenen Begleiterkrankungen zählten: gastroösophageale Refluxkrankheit (47,9 %), Reizdarmsyndrom (17 %), Gastritis (11,7 %), Verstopfung (8,5 %), mikroskopische Colitis (7,4 %), Divertikulitis (6,4 %), Morbus Crohn (5,3 %) und Colitis ulcerosa (4,3 %).1

In einem zweiten Abstract führten die Forscher einen realen Vergleich der Ergebnisraten und der Nutzung von Gesundheitsressourcen bei Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter durch, die mindestens einen CDI-Schub mit oder ohne gleichzeitig auftretende IBD hatten. Die Analyse von Medicare-Daten, die zwischen den Jahren 2009 und 2017 ausgewertet wurden, umfasste insgesamt 497.489 CDI-Patienten, von denen 36.059 eine IBD-Diagnose erhalten hatten. Insgesamt war die Sterblichkeitsrate bei Patienten mit CDI höher als bei Patienten ohne gleichzeitig auftretende IBD, einschließlich Morbus Crohn (CD) (42,9 % vs. 34,7 % mit CD; p<0,0001) und Colitis ulcerosa (UC) (42,9 % vs. 40,0 % mit UC; p<0,0001). Mit Blick auf die IBD-Patienten bestand eine höhere Sterblichkeit bei Patienten mit primärer CDI (CD 37,6 %; UC 44,6 %) im Vergleich zur rezidivierenden CDI (CD 28,7 %; UC 31,1 %; p<0,001).2

Auch wenn die Hospitalisierungsraten bei allen untersuchten Gruppen hoch war – zwischen 86 % und 99 % (p<0,0001) –, benötigten die Patienten mit CDI und IBD mehr Gesundheitsressourcen. Dazu zählten längere Krankenhausaufenthalte und höhere Raten mit Blick auf eine Wiederaufnahme innerhalb von 30 Tagen. In Bezug auf die verstorbenen Patienten ergaben sich für diejenigen mit CDI und UC deutlich höhere monatliche Kosten als für die Patienten mit CD. Die Forscher wiesen darauf hin, dass CDI-Patienten mit IBD aufgrund ihres erhöhten Risikos wahrscheinlich schneller erkannt werden und mehr Ressourcen zur Stabilisierung beider Erkrankungen benötigen: dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass die Sterberaten zwar niedriger sind, das Gesundheitsversorgungssystem jedoch stärker in Anspruch genommen wird.2

Über das Darmmikrobiom und die C.-difficile-Infektion

Die C.-difficile-Infektion (CDI) ist eine schwerwiegende und potenziell tödliche Krankheit, von der Menschen auf der ganzen Welt betroffen sind. C. difficile ist ein Bakterium, das lähmende Symptome wie schweren Durchfall, Fieber, Empfindlichkeit oder Schmerzen des Magens, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Colitis (eine Entzündung des Dickdarms) hervorruft.3 Die CDI wurde von den US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (U.S. Centers for Disease Control and Prevention, CDC) zu einer Bedrohung der öffentlichen Gesundheit erklärt, die dringende und sofortige Maßnahmen erfordert, und verursacht allein in den USA jedes Jahr schätzungsweise eine halbe Million Erkrankungen und Zehntausende von Todesfällen.3,4,5

C.-difficile -Infektionen sind oft der Beginn eines Teufelskreises von Rezidiven, die eine erhebliche Belastung für die Patienten und das Gesundheitssystem darstellen.6,7 Bei bis zu 35 % der Patienten tritt CDI nach der Erstdiagnose8,9 erneut auf, und Personen, bei denen ein Rezidiv aufgetreten ist, haben ein deutlich höheres Risiko für weitere Infektionen.10,12,12,13 Es wird geschätzt, dass nach dem ersten Rezidiv bis zu 60 % der Patienten ein weiteres Rezidiv entwickeln.14

Rezidivierende C.-difficile -Infektionen (rCDI) werden mit Störungen des Darmmikrobioms, der „Dysbiose“, assoziiert. Das Darmmikrobiom ist eine sehr vielfältige mikrobielle Gemeinschaft, die eine zentrale Rolle für die menschliche Gesundheit hat. Es gibt immer mehr Belege dafür, dass bei einer Störung der Zusammensetzung und/oder Diversität des Darmmikrobioms ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Erkrankungen wie CDI besteht. Die derzeitige Standardbehandlung für rCDI bilden Antibiotika, die weder die zugrunde liegende Dysbiose beheben noch das Darmmikrobiom wiederherstellen.14 Der Einsatz von Antibiotika stört nachweislich die Ökologie des Darmmikrobioms und stellt einen erheblichen Risikofaktor für rCDI dar.8,9,15

Die Wiederherstellung des Darmmikrobioms wird zunehmend als vielversprechende Behandlungsoption für wiederkehrende C.-difficile-Infektionen anerkannt.16

Über RBX2660

RBX2660 ist ein potenzielles First-in-Class-, mikrobiombasiertes Lebend-Biotherapeutikum, das mit dem Ziel untersucht wird, ein breites Spektrum an unterschiedlichen Mikroorganismen in den Darm einzubringen, um das Auftreten einer rezidivierenden C.-difficile-Infektion zu reduzieren. RBX2660 hat von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) den Fast-Track-, Orphan- und Breakthrough-Therapy-Status erhalten. Das zulassungsrelevante Phase-3-Programm baut auf der Forschung von fast einem Jahrzehnt auf und umfasst robuste klinische Daten und Mikrobiom-Daten, die in über sechs kontrollierten klinischen Studien mit mehr als 1.000 Patienten gesammelt wurden.

Über Ferring Pharmaceuticals

Ferring Pharmaceuticals ist ein forschungsorientiertes, auf Biopharmazeutika spezialisiertes Unternehmen, das sich dafür engagiert, Menschen in der ganzen Welt dabei zu helfen, Familien zu gründen und ein besseres Leben zu führen. Ferring hat seinen Hauptsitz in Saint-Prex in der Schweiz und ist führend in der Reproduktionsmedizin und der Gesundheit von Müttern sowie in Spezialgebieten der Gastroenterologie und Urologie. Ferring entwickelt seit über 50 Jahren Behandlungen für Mütter und Babys und verfügt über ein Portfolio, das Behandlungen von der Empfängnis bis zur Geburt abdeckt. Das 1950 gegründete Privatunternehmen Ferring beschäftigt heute weltweit rund 6.500 Mitarbeiter, hat eigene operative Tochtergesellschaften in fast 60 Ländern und vertreibt seine Produkte in 110 Ländern. Das Ferring Research Institute Inc. (FRI) mit Sitz in San Diego, USA, ist Teil des Geschäftsbereichs Global Drug Discovery & External Innovation, des Forschungs- und Ideenzentrums von Ferring Pharmaceuticals. FRI ist ein integraler Bestandteil der Forschungs- und Entwicklungsorganisation von Ferring und auf die frühe Entdeckung und Entwicklung von Wirkstoffen fokussiert. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ferring.com, oder folgen Sie uns auf Twitter, Facebook, Instagram, LinkedIn und YouTube.

Ferring widmet sich der Erforschung des entscheidenden Zusammenhangs zwischen dem Mikrobiom und der menschlichen Gesundheit, beginnend mit der Bedrohung durch wiederkehrende C.- difficile-Infektionen. Mit der Übernahme von Rebiotix im Jahr 2018 und mehreren anderen Allianzen ist Ferring weltweit führend in der Mikrobiomforschung und entwickelt neuartige mikrobiombasierte Therapeutika, um wichtige ungedeckte Bedürfnisse zu adressieren und Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Verbinden Sie sich mit uns auf unseren speziellen Kanälen zur Entwicklung von Mikrobiom-Therapeutika auf Twitter und LinkedIn.

Über Rebiotix

Rebiotix Inc, ein Tochterunternehmen von Ferring, ist ein in der späten klinischen Entwicklungsphase tätiges Mikrobiom-Unternehmen, das sich darauf konzentriert, die Kraft des menschlichen Mikrobioms zu nutzen, um die Behandlung schwieriger Krankheiten zu revolutionieren. Rebiotix verfügt über eine vielfältige Pipeline von Prüfpräparaten, die auf seiner bahnbrechenden, auf Mikrobiota basierenden MRTTM-Wirkstoffplattform aufbauen. Die Plattform besteht aus Arzneimittelprüftechnologien, die darauf ausgelegt sind, das menschliche Mikrobiom potenziell zu rehabilitieren, indem ein breites Konsortium von lebenden Mikroben in den Darmtrakt des Patienten eingebracht wird. Weitere Informationen über Rebiotix und seine Pipeline von auf das menschliche Mikrobiom ausgerichteten Therapien für verschiedene Krankheitszustände finden Sie unter www.rebiotix.com, oder folgen Sie uns auf Twitter, Facebook, LinkedIn und YouTube.

Über den ACG

Das American College of Gastroenterology (ACG) ist ein anerkannter Marktführer bei der Aufklärung von im gastrointestinalen (GI) Bereich tätigen Fachleuten und der breiten Öffentlichkeit über Verdauungsstörungen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die erstklassige Versorgung von Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen durch Spitzenleistungen, Innovation und Fürsprache in den Bereichen wissenschaftliche Forschung, Bildung, Prävention und Behandlung zu fördern. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gi.org.

Quellenangaben:

  1. Feuerstadt, P, Harvey, A, Bancke, L. RBX2660, an Investigational Live Microbiota-Based Biotherapeutic, Improves Outcomes of Clostridioides difficile Infection in a Real-World Population: A Retrospective Study of Use Under Enforcement Discretion. Präsentiert auf dem ACG 2021 Annual Scientific Meeting & Postgraduate Course. 22. bis 27. Oktober 2021. Poster #P2217.
  2. Feuerstadt, P, Dahdal, D., Wong, A., et al. A Real-World Comparison of Mortality, Healthcare Resource Utilization, and Cost Among Medicare Beneficiaries with Clostridioides difficile Infection (CDI) With and Without Inflammatory Bowel Disease (IBD). Präsentiert auf dem ACG 2021 Annual Scientific Meeting & Postgraduate Course. 22. bis 27. Oktober 2021. Poster #2611.
  3. Centers for Disease Control and Prevention. What Is C. Diff? 17. Dez. 2018. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/cdiff/what-is.html.
  4. Centers for Disease Control and Prevention. Biggest Threats and Data, 14. Nov. 2019. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/drugresistance/biggest-threats.html
  5. Fitzpatrick F, Barbut F. Breaking the cycle of recurrent Clostridium difficile. Clin Microbiol Infect. 2012;18(suppl 6):2-4.
  6. Centers for Disease Control and Prevention. 24. Juni 2020. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/drugresistance/pdf/threats-report/clostridioides-difficile-508.pdf.
  7. Feuerstadt P, et al. J Med Econ. 2020;23(6):603-609.
  8. Lessa FC, Mu Y, Bamberg WM, et al. Burden of Clostridium difficile infection in the United States. N Engl J Med. 2015;372(9):825-834.
  9. Cornely OA, et al. Treatment of First Recurrence of Clostridium difficile Infection: Fidaxomicin Versus Vancomycin. Clinical Infectious Diseases. 2012;55(S2):S154–61.
  10. Riddle DJ, Dubberke ER. Clostridium difficile infection in the intensive care unit. Infect Dis Clin North Am. 2009;23(3):727-743.
  11. Nelson WW, et al. Health care resource utilization and costs of recurrent Clostridioides difficile infection in the elderly: a real-world claims. J Manag Care Spec Pharm. Online veröffentlicht am 11. März 2021.
  12. Kelly, CP. Can we identify patients at high risk of recurrent Clostridium difficile infection? Clin Microbiol Infect. 2012; 18 (Suppl. 6): 21–27.
  13. Smits WK, et al. Clostridium difficile infection. Nat Rev Dis Primers. 2016;2:16020. doi: 10.1038/nrdp.2016.20.
  14. Leong C, Zelenitsky S. Treatment strategies for recurrent Clostridium difficile infection. Can J Hosp Pharm. 2013;66(6):361-368.
  15. Langdon A, Crook N, Dantas G. The effects of antibiotics on the microbiome throughout development and alternative approaches for therapeutic modulation. Genome Med. 2016;8(1):39.
  16. van Nood E, Vrieze A, Nieuwdorp M, et al. Duodenal infusion of donor feces for recurrent Clostridium difficile. N Engl J Med. 2013;368(5):407-415.

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